Der Literarische Club Zürich (vormals Lesezirkel Hottingen)

Im Hottinger-Saal, Gemeindestraße 54, 8032 Zürich

AKTUELL

Zum hundertsten Geburtstag von Primo Levi

 

Einen Abend mit der Literaturkritikerin 

Maike Albath

über den Autor von "Ist das ein Mensch?".

Moderation: Jacqueline Aerne

  

Vortrag und Gespräch

Mittwoch, 13. November 2019, 19.30 Uhr

Gemeindestraße 54 (über dem Kreisbüro 7)

8032 Zürich[Foto von Maike Albath,Foto mit Copyright folgt in separater Datei]

 

Copyright Enrico Fontolan, Bibliotheca Hertziana

 

 

Zu Primo Levi

 

Ein wackliger Tisch, eine zugige Laborecke, etwas Zeit während der Mittagspause und ein Schulheft – mehr brauchte der Chemiker Primo Levi nicht, um sein erstes Buch zu schreiben. Er war 26 Jahre alt und hatte Ausschwitz überlebt. Ist das ein Mensch?nannte er sein autobiographisches Zeugnis, das innerhalb weniger Wochen entstand. „Das Buch wuchs fast spontan unter meinen Händen, wie ein Termitenhügel“, sagte er später. Er war als Jude und Widerstandskämpfer deportiert worden und entging den Gaskammern, weil er im Labor arbeitete. Aber der Turiner Verlag Einaudi, eigentlich die richtige Adresse für engagierte Literatur, lehnte das Manuskript ab: Italien war mit dem Wiederaufbau beschäftigt, man wollte nach vorne schauen und höchstens von glorreichen Partisanenkämpfen etwas hören. Schließlich erschien Levis Erfahrungsbericht im Herbst 1947 in einem Kleinverlag. Elf Jahre später kam das Buch dann doch noch bei Einaudi heraus – und zählte bald zur Weltliteratur. Von nun an war Primo Levi hochgeschätzt, veröffentlichte Romane, Erzählungen und Zeitungsartikel. Seine Auflagen schnellten in die Höhe, er wurde international berühmt und mit Preisen ausgezeichnet. Aber der zurückhaltende Turiner blieb ein Zentaur, wie er sich selbst einmal bezeichnete: Geschäftsführer einer Chemiefabrik und Schriftsteller. Erst Ausschwitz habe ihn zum Erzähler gemacht. Im Frühjahr 1987 nahm sich Primo Levi das Leben.

 

Biographie Dr. Maike Albath

 

Maike Albath studierte Romanistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin und an der Università degli Studi in Padua. In ihrer Dissertation (1996) befasste sie sich mit dem zeitgenössischen Dichter Andrea Zanzotto, einem der bedeutendsten und zugleich schwierigsten Lyriker der italienischen Gegenwartsliteratur. Seit 1993 arbeitet Maike Albath als Journalistin beim Deutschlandfunk im Bereich Kultur. Ihre Literaturkritiken erscheinen in der Süddeutschen Zeitungund der Wochenzeitung Die Zeit. Neben einer Vielzahl von Sendungen über das literarische Italien entstanden in den letzten Jahren mehrere Bücher. Ihr besonderes Interesse gilt der italienischen Geistes- und Kulturgeschichte. 2010 erschien Der Geist von Turin. Pavese, Ginzburg, Einaudi und die Wiedergeburt Italiens nach 1943über die Gründung des Verlagshauses Einaudi. Um das Rom der 1950er und 1960er Jahre drehte sich der Band Rom, Träume. Moravia, Pasolini, Gadda und die Zeit der Dolce Vita(2013). Dass Sizilien literarisch wegweisend war, steht im Mittelpunkt ihres gerade erschienenen Buches Trauer und Licht. Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens(2019). Ihr aktuelles Projekt hat Neapel zum Gegenstand. Vermitteln Matilde Seraõ, Annamaria Ortese, Wanda Marasco und Ermanno Rea die Stadt als einen unbezwingbaren Körper oder als einen analysierbaren Raum? Welche Topoi nehmen die international erfolgreichen Neapel-Romane von Elena Ferrante auf? Welche Folgen haben die Verfilmungen der Bücher von Roberto Saviano und Elena Ferrante für die Selbstinszenierung der Stadt? Maike Albath ist im Oktober 2019 journalist Fellowan der Bibliotheca Hertziana.

Ausblick

 

 

13. November 2019

Ein Abend zu Primo Levi

 

08. Januar 2020

Christian Lorenz Müller

 

12. Februar 2020

Information folgen.

 

11. März 2020

Informationen folgen.

 

08. April 2020

Generalversammlung und über das Programm folgen demnächst die Informationen.

 

13. Mai 2020

Informationen folgen.

 

In Erinnerung: Arthur Häny (1924 - 2019)

In Gedenken.

 

Der Schriftsteller und Übersetzer Arthur Häny verstarb am 16. Juli 2019

Er präsidierte den Literarischen Club in den Jahren 1966 bis 1974.

 

Häny lebte und wirkte für das geschriebene Wort. Nach der Jugendzeit im Aargau studierte er Germanistik und Altphilologie an der Universität Zürich. Nach einer Dissertation über Friedrich Hölderlin im Jahre 1948 war er als Hauptlehrer für Deutsch und Alte Sprachen an den Gymnasien der Kantonsschulen Zürich tätig.

Mehr Informationen über sein reiches literarische Schaffen finden Sie auf Wikipedia oder in der Schweizer Nationalbibliothek in Bern.

 

Wir vom Präsidium und Vorstand des Literarischen Club Zürich denken heute sehr gerne an die Begegnungen mit Arthur Häny und seiner lieben Frau zurück und übersenden von hier aus unsere Gefühle und Dankbarkeit an die Angehörigen.

 

Der Gedichtband "Das innere Licht" von Arthur Häny erschien 2009 und ist eines der letzten Werke.

 

 

 

Haben Sie gewusst, dass Sie bei uns Mitglied werden können? Gerne stehen wir für Fragen zu Diensten.

 

 

Das Präsidium und der Vorstand Literarischer Club Zürich (vormals Lesezirkel Hottingen)

Der Literarische Club im Internet: http://literarischerclubzerich.com und jetzt auch auf Facebook.

Auskunft und Anmeldungen für Mitgliedschaft im Literarischen Club: Waltraud Schramm, Rigiweg 4, 8604 Volketswil, Tel. 044 945 54 80

 

Der Literarische Club Zürich wird unterstützt von der Stadt Zürich und der Stiftung Felsengrund. Herzlichen Dank!

 

 

 

 

 

 

 

Der Literarischer Club Zürich ging aus dem legendären Lesezirkel Hottingen hervor.