Der Literarische Club Zürich (vormals Leseclub Hottingen)

Im GZ Hottingen, Gemeindestraße 54, 8032 Zürich

oder im Hause von Rüffer & Rub, Alderstraße 21, 8008 Zürich

Mittwoch, 14. November 2018 um 19:30 Uhr

Ilma Rakusa und Michail Schischkin im Gespräch

Ilma Rakusa. Bild: Günther Rakusa und Michail Schischkin. Bild: SRF

 

 

Moderation:

Urs Heinz Aerni

 

Mittwoch, 14. November 2018 um 19:30 Uhr, Türöffnung um 18:30 Uhr

 

Rüffer & Rub

Alderstraße 19

8008 Zürich

 

Eintritt frei, Kollekte.

Eine Begegnung mit zwei Menschen, die sprachlich mit der Welt auf Tuchfühlung gehen und sie hinterfragen.

 

lma Rakusa wurde am 2. Januar 1946 als Tochter eines Slowenen und einer Ungarin in Rimavská Sobota (Slowakei) geboren. Ihre frühe Kindheit verbrachte sie in Budapest, Ljubljana und Triest. 1951 übersiedelte sie mit den Eltern nach Zürich. Von 1965 bis 1971 studierte sie Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St.Petersburg. Ihre Dissertation "Studien zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur" kam 1973 beim Peter Lang Verlag heraus. 1977 debütierte sie mit der Gedichtsammlung "Wie Winter". Seither sind zahlreiche Lyrik-, Erzähl- und Essaybände erschienen. Ilma Rakusa übersetzt aus dem Russischen, Serbokroatischen, Ungarischen und Französischen, als Publizistin (Neue Zürcher Zeitung,  Die Zeit) und als Lehrbeauftragte setzt sie sich für die Vermittlung osteuropäischer Literaturen ein. Ihre Arbeit wurde mit namhaften Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, und lebt in Zürich.

www.ilmarakusa.info

 

Werke (Auswahl):

Wie Winter. Gedichte; Edition Howeg, Zürich, 1977

Die Insel. Erzählung; Suhrkamp, Frankfurt a. M., 1980

Stepp. Erzählungen; Suhrkamp, Frankfurt a. M., 1990

Langsamer! Gegen Atemlosigkeit; Droschl, Graz, 2005

Mehr Meer. Erinnerungspassagen; Droschl, Graz, 2009

Alma und das Meer.; SJW, Zürich, 2010

Fremdvertrautes Gelände.; Thelem, Dresden 2011

Aufgerissene Blicke. Berlin Journal.; Droschl, Graz, 2013

Einsamkeit mit rollendem „r“. Erzählungen.; Droschl, Graz, 2014

Impressum: Langsames Licht. Gedichte.; Droschl, Graz, 2018

 

 

Michail Schischkin gehört zu den wichtigen russischen Autoren der Gegenwart. Er wurde 1961 in Moskau geboren, studierte Linguistik und unterrichtete Deutsch. Seit 1995 lebt er in der Schweiz. Seine Romane »Venushaar« und »Briefsteller« wurden national und international ausgezeichnet, u.a. erhielt er als einziger alle drei wichtigen Literaturpreise Russlands. 2011 wurde ihm der Internationale Literaturpreis Haus der Kulturen der Welt in Berlin verliehen. Sein Roman »Die Eroberung von Ismail« wurde u.a. mit dem Booker-Prize für das beste russische Buch des Jahres (2000) ausgezeichnet. Der Übersetzer Andreas Tretner hat es ermöglicht, die vielen Anspielungen des Originals für deutschsprachige Leserinnen und Leser erfahrbar zu machen. Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt. In Artikeln, Essays und in Sendungen wie Sternstunden von SRF beschäftigt er sich intensiv mit den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Russland. Heute lebt Michail Schischkin als freischaffender Schriftsteller im Kanton Solothurn.

 

Werke (Auswahl)

Montreux – Missolunghi – Astapowo. Auf den Spuren von Byron und Tolstoj.; Limmat, Zürich, 2002

Venushaart. Roman.; DVA München, 2011

Briefsteller. Roman.; DVA München, 2012

Auf den Spuren von Byron und Tolstoi. Eine literarische Wanderung von Montreu nach Meiringen.; Rotpunkt, Zürich, 2012

Die Eroberung von Ismael. Roman; DVA München, 2017

 

 

Zwei Stimmen über die Arbeit von Ilma Rakusa

»Mit funkelnder Ingeniosität poetisiert Ilma Rakusa Berlin, bis daraus ein facettenreiches Kunstwerk hervorgeht, das gerade im Bewusstsein seiner inneren Widersprüchlichkeit eine stilvolle Aura entfaltet.« (Björn Hayer, FAZ)

 

»Dass Ilma Rakusa auch Lyrik schreibt, merkt man den Sätzen aufs glücklichste an. Die Stimmung ist das Material ihrer Erinnerung, herbeigezaubert durch Worte, Gerüche und Bilder.« (Der Spiegel)

 

 

Zwei Stimmen über die Arbeit von Michail Schischkin

»Ein wunderschönes, kraftvolles, faszinierendes Buch. Ein Meilenstein nicht nur der russischen Literaturgeschichte, sondern auch der russischen Selbsterfahrung.«

(Nezavisimaja gazeta)

 

»Wer sich in Schischkins komplexe Welt verirrt, dürfte rasch an ihrer Vielfalt Vergnügen finden. Nicht umsonst schwingt sich sein herrlich grimmiges und opulentes Erzählen wie eine Girlande durch die moderne russische Geschichte.« (MDR Kultur)

 


Der Literarische Club Zürich

 

An Dichterlesungen, Autorenabenden, Literaturdebatten herrscht gegenwärtig in Zürich gewiss kein Mangel. Es werden Stars der deutschsprachigen oder internationalen Literaturszene präsentiert, manchmal wird ihr Auftritt mit ganzseitigen Zeitungsinseraten beworben. Daneben  ermöglichen zahlreiche Veranstalter an unterschiedlichen Orten Begegnungen mit heutigen Autoren.

 

Das war nicht immer so. Der Lesezirkel Hottingen, 1882 gegründet, aus dem der Literarische Club Zürich hervorgegangen ist, besaß während Jahren bis zum Beginn des ersten Weltkriegs sozusagen ein Monopol als Veranstalter literarischer Abende. Man konzentrierte sich damals und auch später auf grosse Namen, wie Hofmannsthal, Thomas Mann, Karl Kraus, Paul Valéry, Pirandello etc. Der Lesezirkel führte neben dem Vertrieb von Lesemappen mit Illustrierten und literarischen Zeitschriften eine Leihbibliothek, veranstaltete in der Tonhalle, im Grand Hotel Dolder und im Baur au Lac pompöse Kostümfeste, bei denen der gesellschaftliche Aspekt den künstlerischen Ausgangspunkt mehr und mehr umhüllte.

 

1902 wurde innerhalb des Lesezirkels als Untersektion der Literarische Club gegründet, der sich in bescheidenerem Rahmen auf das Kernanliegen der Literaturvermittlung beschränkte und auch weniger berühmte Dichter einlud, etwa den jungen Hermann Hesse. Schweizer Autoren, wie Robert Walser, Meinrad Inglin, Albin Zollinger, Ramuz sind hier im Laufe der Jahre aufgetreten.

 

Als der Lesezirkel 1941 wegen Überschuldung liquidiert werden musste, überlebte der Literarische Club. Woraus leitet er heute seine Existenzberechtigung ab? Was unterscheidet seine Abende von den vielen Konkurrenzangeboten?

 

Generell wird kein Eintritt erhoben. Die Club-Mitglieder sind mit ihrem bescheidenen Jahresbeitrag – neben der Stadt Zürich und der Stiftung Felsengrund – die Sponsoren; Gäste sind jederzeit willkommen.

Traditionell ist von den sechs bis acht Veranstaltungen einer Saison, die überwiegend schweizerischen Autoren gewidmet sind, je eine dem frankophonen und dem italienischen/rätoromanischen  Bereich vorbehalten.

Für jede Saison suchen sich die einzelnen Vorstandsmitglieder eine(n) Autor(in) oder ein Thema, verantworten und moderieren dann den Abend. Auswahlkriterium ist nicht Prominenz, sondern Qualität, Eigenständigkeit und Substanz.

 

Im Anschluss an die Veranstaltungen unterhalten sich die Anwesenden mit dem Autor, dem Moderator und untereinander in ungezwungener Atmosphäre bei einem Glas Wein.

 

Wir sind Anne Rüffer außerordentlich dankbar, dass sie unserem Club in den wunderbaren Räumen ihres Verlags Gastrecht gewährt. Am grossen ovalen Tisch wird es möglich, Literaturvermittlung in Form eines Salons zu betreiben.

 

Für den Vorstand: Ralph Müller

LITERARISCHER CLUB ZÜRICH

Salon by Rüffer & Rub

 

 

 

Das Präsidium und der Vorstand Literarischer Club Zürich (vormals Lesezirkel Hottingen)

Der Literarische Club im Internet: http://literarischerclubzerich.com und jetzt auch auf Facebook.

Auskunft und Anmeldungen für Mitgliedschaft im Literarischen Club: Waltraud Schramm, Rigiweg 4, 8604 Volketswil, Tel. 044 945 54 80

Der Literarische Club Zürich wird unterstützt von der Stadt Zürich und der Stiftung Felsengrund. Herzlichen Dank!

 

 

 

 

 

 

 

Der Literarischer Club Zürich ging aus dem legendären Lesezirkel Hottingen hervor.