Der Literarische Club Zürich (vormals Leseclub Hottingen)

Im GZ Hottingen, Gemeindestraße 54, 8032 Zürich

oder im Hause von Rüffer & Rub, Alderstraße 19, 8008 Zürich

Gianna Olinda Cadonau liest aus ihrem Werk in rätoromanischer und deutscher Sprache

 

Andri Steiner begleitet die Gedichte auf seiner Klarinette

Moderation: Flurina Peper

rüffer & rub, Alderstrasse 21, 8008 Zürich, Mittwoch, 19. September 2018

Türöffnung 18:30 Uhr, Eintritt frei

 

Gianna Olinda Cadonau liest aus ihrem 2016 erschienen Gedichtband Ultim’ura da la not – Letzte Stunde der Nacht. Es sind Gedichte aus dem Land zwischen Tag und Nacht, zwischen Gestern und Heute.  Sie wird uns auch eine Kostprobe aus ihren unveröffentlichten Kurzgeschichten geben, wo wunderliche Tiere aus Träumen hervortreten und geheimnisvolle Türen uns in andere Dimensionen führen, Tschella vart - Da bes-chas magicas e portas clandestinas / Die andere Seite – Von magischen Tieren und geheimen Türen.

 

Begleitet wird Gianna Olinda Cadonau vom Saxophonisten / Klarinettisten Andri Steiner aus Lavin (GR). Seine Musik zeichnet Hügel, Abgründe, Wälder und Seen aus dem Land zwischen Tag und Nacht.

  

Es sind Schnittstellen, welche die junge Dichterin faszinieren: der Schleier, der von der Nacht in den Tag führt; die Luft, welche Erde und Himmel trennt; die Länder des vertrauten und fremden Kontinents. Oder auch das Du, zwischen dem Ich und dem eigenen Ich. Fremdes und Verwandtes. Nähe und Ferne in sich selbst und um sich herum. In den Gedichten werden die Grenzen gesucht und ausgelotet, werden die Wurzeln ertastet, im Hoffen und Sehnen und auch im Schmerz.

 

 

 

Aus: Nachwort von Mevina Puorger zum Gedichtband „Ultim’ura da la not – Letzte Stunde der Nacht“

Ultim’ura da la not

 

ILS cunfins da mia patria

sun ils noms da mias bramas

sun las portas al cuffort

sun cuttüras inuondadas

percurrüts

perscrutats

e surpassats

tantas e tantas jadas

 

MINCHATANT perda

tuot meis pleds.

 

Els sfuondran chafuol

as transmüdan

e croudan our da man

Sco schi crodessan in lös,

als quals eu mai nu rivess

eir sch’eu provess

cun tuotta forza.

 

I sfuondran nüds

aint il nüglia

intant cha teis

portan curunas.

 

 

 

 

 

Letzte Stunde der Nacht

 

DIE Grenzen meiner Heimat

sind die Namen meiner Sehnsüchte

sind die Türen zum Trost

sind ein überschwemmtes Feld

entlang gegangen

ausgelotet

und überschritten

wieder und wieder

 

MANCHMAL verliere ich

all meine Worte.

 

Sie sinken tief

werden anders

und entfallen,

als fielen sie an Orte,

wohin ich niemals folgen kann,

auch wenn ich wollte,

mit aller Kraft.

 

Nackt sinken sie

ins Nichts hinein,

während deine

Kronen tragen.


Der Literarische Club Zürich

 

An Dichterlesungen, Autorenabenden, Literaturdebatten herrscht gegenwärtig in Zürich gewiss kein Mangel. Es werden Stars der deutschsprachigen oder internationalen Literaturszene präsentiert, manchmal wird ihr Auftritt mit ganzseitigen Zeitungsinseraten beworben. Daneben  ermöglichen zahlreiche Veranstalter an unterschiedlichen Orten Begegnungen mit heutigen Autoren.

 

Das war nicht immer so. Der Lesezirkel Hottingen, 1882 gegründet, aus dem der Literarische Club Zürich hervorgegangen ist, besaß während Jahren bis zum Beginn des ersten Weltkriegs sozusagen ein Monopol als Veranstalter literarischer Abende. Man konzentrierte sich damals und auch später auf grosse Namen, wie Hofmannsthal, Thomas Mann, Karl Kraus, Paul Valéry, Pirandello etc. Der Lesezirkel führte neben dem Vertrieb von Lesemappen mit Illustrierten und literarischen Zeitschriften eine Leihbibliothek, veranstaltete in der Tonhalle, im Grand Hotel Dolder und im Baur au Lac pompöse Kostümfeste, bei denen der gesellschaftliche Aspekt den künstlerischen Ausgangspunkt mehr und mehr umhüllte.

 

1902 wurde innerhalb des Lesezirkels als Untersektion der Literarische Club gegründet, der sich in bescheidenerem Rahmen auf das Kernanliegen der Literaturvermittlung beschränkte und auch weniger berühmte Dichter einlud, etwa den jungen Hermann Hesse. Schweizer Autoren, wie Robert Walser, Meinrad Inglin, Albin Zollinger, Ramuz sind hier im Laufe der Jahre aufgetreten.

 

Als der Lesezirkel 1941 wegen Überschuldung liquidiert werden musste, überlebte der Literarische Club. Woraus leitet er heute seine Existenzberechtigung ab? Was unterscheidet seine Abende von den vielen Konkurrenzangeboten?

 

Generell wird kein Eintritt erhoben. Die Club-Mitglieder sind mit ihrem bescheidenen Jahresbeitrag – neben der Stadt Zürich und der Stiftung Felsengrund – die Sponsoren; Gäste sind jederzeit willkommen.

Traditionell ist von den sechs bis acht Veranstaltungen einer Saison, die überwiegend schweizerischen Autoren gewidmet sind, je eine dem frankophonen und dem italienischen/rätoromanischen  Bereich vorbehalten.

Für jede Saison suchen sich die einzelnen Vorstandsmitglieder eine(n) Autor(in) oder ein Thema, verantworten und moderieren dann den Abend. Auswahlkriterium ist nicht Prominenz, sondern Qualität, Eigenständigkeit und Substanz.

 

Im Anschluss an die Veranstaltungen unterhalten sich die Anwesenden mit dem Autor, dem Moderator und untereinander in ungezwungener Atmosphäre bei einem Glas Wein.

 

Wir sind Anne Rüffer außerordentlich dankbar, dass sie unserem Club in den wunderbaren Räumen ihres Verlags Gastrecht gewährt. Am grossen ovalen Tisch wird es möglich, Literaturvermittlung in Form eines Salons zu betreiben.

 

Für den Vorstand: Ralph Müller

LITERARISCHER CLUB ZÜRICH

Salon by Rüffer & Rub

 

 

 

Das Präsidium und der Vorstand Literarischer Club Zürich (vormals Lesezirkel Hottingen)

Der Literarische Club im Internet: http://literarischerclubzerich.com und jetzt auch auf Facebook.

Auskunft und Anmeldungen für Mitgliedschaft im Literarischen Club: Waltraud Schramm, Rigiweg 4, 8604 Volketswil, Tel. 044 945 54 80

Der Literarische Club Zürich wird unterstützt von der Stadt Zürich und der Stiftung Felsengrund. Herzlichen Dank!

 

 

 

 

 

 

 

Der Literarischer Club Zürich ging aus dem legendären Lesezirkel Hottingen hervor.