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Thomas Hürlimann

Aufbruch und Heimkehr

 

Ein Gespräch mit dem Autor über Wendepunkte in seinem Leben und Schaffen, die Beschäftigung mit Gottfried Keller und die schwierige Arbeit an seinem Lebensroman, der im Herbst erscheinen wird

Moderation: Ralph Müller

GZ Hottingen                                                                                  Gemeindestraße 54 8032 Zürich (mit Tram 3 bis Hottingen)

Mittwoch, 9. Mai 2018 

Türöffnung 19 Uhr

Eintritt frei

 

Bild von Jannis Keil

  

Mit dem Erzählungsband „Die Tessinerin“ und dem Theaterstück „Grossvater und Halbbruder“ stellte sich der Dreissigjährige 1981 gleich mit zwei Werken vor, die einen unverwechselbaren, neuen Klang in die deutschsprachige Literatur brachten und das gültige, tragfähige, Fundament eines Lebenswerks bildeten, das sich reichhaltig und vielfältig aus der Geschichte der eigenen Familie entwickelte.

Thomas Hürlimann, 1950 in Zug geboren, war  Stiftsschüler im Kloster Einsiedeln, studierte Philosophie in Zürich und Berlin, arbeitete als Regieassistent und Produktionsdramaturg am dortigen Schiller-Theater und hat seit 1981 eine beeindruckende Fülle von ganz eigenständigen Bühnen- und Prosawerken vorgelegt. Die ausgedehnten Lebensphasen in Berlin führten zu einem kritischen Blick auf die Geschichte unseres Landes, aber nie zur Verleugnung seiner Wurzeln in der katholischen Innerschweiz.

 

Die Wahrheit, meinte der Doktor mit Heidegger, entbirgt sich. Das Seiende begegnet uns. Und war es nicht so? Natürlich war es so. Bisher hatte ich mir die Wirklichkeit nach meinen banalen, bürgerlichen Vorstellungen zurecht-gebogen; ich hatte mich in einer Täuschungsblase befunden, wie Platons Höhlenbewohner, und dem-entsprechend langweilig gelebt. Jetzt lief es umgekehrt. Und wie es lief! Die Welt stellte sich mir vor, dem Phänomenologen und angehenden Schriftsteller. Gemeinsam mit dem Doktor würde ich mich ganz und gar ins Staunen zurückziehen, um dort, im Niemandsland hinter dem eigenen Subjekt, den Advent der Dinge aufzusuchen. Dann würde sich die Wahrheit entbergen. Dann würde die Wirklichkeit sprechen und sich praktisch von selbst zu einem packenden Romanstoff entwickeln.

 

Aus: L’esprit de l’escalier, Vorlesung, 2007

 

 

Im Sammelband „Der Sprung in den Papierkorb“ beschreibt Thomas Hürlimann, wie er zum Autor wurde: Im ersten Text erfahren wir, wie der frühe Tod seines jüngeren Bruders ihn zum Dichter werden liess. Im letzten, aus dem der oben stehende Ausschnitt stammt, wie ihn zur gleichen Zeit sein verehrter Berliner Philosophie-lehrer, der „Doktor“, aus seiner Täuschungsblase befreite und ihm die Sicht auf das weite Land hinter dem eigenen Subjekt eröffnete. Auch die Hommage für den Doktor galt einem Toten, denn dieser war schon in den siebziger Jahren freiwillig aus dem Leben geschieden.

 

Mit dem Erzählungsband „Die Tessinerin“ und dem Theaterstück „Grossvater und Halbbruder“ stellte sich der Dreissigjährige 1981 gleich mit zwei Werken vor, die einen unverwechselbaren, neuen Klang in die deutschsprachige Literatur brachten und das gültige, tragfähige, Fundament eines Lebenswerks bildeten, das sich reichhaltig und vielfältig aus der Geschichte der eigenen Familie entwickelte.

 

 

Werke (Auswahl):

        

Die Tessinerin. Geschichten, 1981

Grossvater und Halbbruder. Ein Theaterstück, 1981

Das Gartenhaus. Novelle, 1989

Der Gesandte, Stück, 1991

Der Franzos im Ybrig, Komödie, 1996

Das Holztheater. Geschichten und Gedanken, 1997

Der grosse Kater, Roman, 1998

Das Einsiedler Welttheater. Nach Calderón de la Barca, 2000

Fräulein Stark. Novelle, 2001

Vierzig Rosen, Roman, 2006

Der Sprung in den Papierkorb. Geschichten, Gedanken und Notizen am Rand, 2008

Dämmerschoppen. Geschichten, 2009

Nietzsches Regenschirm, 2015

 

Auszeichnungen (unter anderen):

Joseph-Breitbach-Literaturpreis    (2001)

Jean-Paul-Preis     (2003)

Thomas-Mann-Preis (2012)

Hugo-Ball-Preis (2014)

Mitglied der Akademie der Künste Berlin

Ehrendoktorat der Universität Basel, 2016

 

SOIREE LITTERAIRE

« L’Ordre des choses » de Sebastien MEIER

le 11 avril 18, 19.30

Literarischer Club

Éd. rüffer&rub

Alderstraße 21, 8008 Zürich

 

Le jeune auteur suisse romand vient nous parler du troisième roman de sa trilogie dans laquelle il tisse une intrigue haletante aussi bien parmi les milieux interlopes de clubs échangistes que dans les bureaux stériles de multinationales et de banques helvétiques peu scrupuleuses, entre les filets bien serrés du darkweb.

 

Modération: Martine Grosjean

In französischer Sprache

 

Entrée libre

 

"Sébastien Meier est né en 1988 en Suisse où il réside, du côté de Lausanne. Voyageur, danseur de flamenco, auteur de théâtre, membre du collectif AJAR (Vivre près des tilleuls, Flammarion, 2016), serveur, veilleur de nuit dans un foyer de l’Armée du Salut, fondateur de la maison d’édition Paulette, il est l’auteur, chez Zoé, d’une trilogie noire ayant pour cadre la Suisse, composée des Ombres du métis (2014), pour lequel il a reçu le Prix des lecteurs de la ville de Lausanne, du Nom du père (2016) et de L’Ordre des choses (2017)."

À paraître le 12.4.18 : Les Casseurs d’os, éd. Fleuve noir 

Nach der kurzfristigen Absage des Autors aus Krankheitsgründen, las Sepp Estermann aus dem aktuellen Roman.

 

 

Charles Lewinsky

DER WILLE DES VOLKES

Kriminalroman 

 

Moderation: Marise Lendorff - El Rafii

 

Mittwoch 

7. März 2018

19.30 Uhr

Türöffnung 18.30 Uhr

 

Eintritt frei, Kollekte

 

 

Foto: Claudia Gerrits

 

Charles Lewinsky wurde 1946 in Zürich geboren. Er arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Redaktor. Er schreibt Hörspiele, Romane und Theaterstücke und verfasste über 1000 TV-Shows und Drehbücher, etwa für den Film " Ein ganz gewöhnlicher Jude" (Hauptdarsteller Ben Becker, ARD 2005). Für den Roman Johannistag wurde er mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank ausgezeichnet. Sein Roman Melnitz wurde in zehn Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. in China als Bester deutscher Roman 2006, in Frankreich als Bester ausländischer Roman 2008. Lewinskys jüngsten Romane wurden für die bedeutendsten deutschsprachigen Buchpreise nominiert: Gerron für den Schweizer Buchpreis 2011, Kastelau für den Deutschen Buchpreis 2014 und Andersen für den Schweizer Buchpreis 2016.

 

Der pensionierte Journalist Kurt Weilemann erhält eine rätselhafte Botschaft von einem Kollegen, der kurz darauf stirbt. Weilemann will den Mord aufklären, bekommt es aber zuerst mit der Politik und dann bald mit der Angst zu tun, denn die Leute, die hier offensichtlich einen Mord durch einen weiteren vertuschen möchten, scheinen an entscheidenden Machtpositionen im neuen Staatsapparat zu sitzen. Mächtig genug, dass sie auch ihn verschwinden lassen könnten – und die Wahrheit gleich dazu. 

 

 

"Er war in dem Alter, wo die Redaktionen nur noch anriefen, wenn wieder einer gestorben war, und sie einen Nachruf brauchten. " Sie haben ihn doch noch gekannt", sagten die jungen Schnösel dann am Telefon und hatten so wenig Sprachgefühl, dass sie nicht merkten, wie verletzend dieses "noch" klang. "Die andern aus deiner Generation ", hiess das, "sind schon lang durch den Rost, nur dich hat man vergessen abzuholen."

 

Aus: Der Wille des Volkes, Kriminalroman. Nagel & Kimche

 

 

"Mit viel Witz und Humor treibt Charles Lewinsky seinen Plot vorwärts, verzichtet auf billige Pointen und schafft es, seinen

Spass am Stoff auch auf die Leserinnen und Leser zu übertragen. “ Luzia Stettler, Radio SRF1 Buchzeichen, 21.08.17

 

"Virtuos meistert Charles Lewinsky damit seinen Einstand als Krimiautor." Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung 19.08.17

 

"Charles Lewinsky kann auch Krimi. Und im neuen Roman "Der Wille des Volkes" wird's sogar richtig politisch". Thomas Ribi,

 

 

WERKE (AUSWAHL)

 

   Andersen,  2016 WERKE 

   Kastelan,  2014

   Schweizen, 2013

   Falscher Mao, echter Goethe, 2012

   Gerron, 2011

   Zwei mal zwei, 2011

   Doppelpass, 2009

   Zehnundeine Nacht, 2008

   Einmal Erde und zurück, 2007

   Gipfelkonferänz 2007

   Melnitz, 2006

   Ein ganz gewöhnlicher Jude, 2006

   Johannistag, 2007

   Der Teufel in der Weihnachtsnacht, 1997

   Schuster, 1997

   Der A-Quotient, 1994

   Mattscheibe, 1991

   Galaktische Gartenzwerge, 1985

   Hitler auf dem Rütli, 1984

   

   

   

    AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)

 

   International Award der Academy Of Television Arts And Sciences (“Emmy”) für „La Pomme“ 1980;

   Chaplin-Preis der Stadt Montreux für „Hotel“ 1983;

   Sieger beim Grand Prix der Volksmusik mit „Das kommt uns spanisch vor“ 1987;

   „Prix Walo“ 1989 für „Traumpaar“ (beliebteste Sendung);

   1994 für „Fascht e Familie“ (Autor);

   1995 für „Fascht e Familie“ (beste Sendung);

   1995 für „Fascht e Familie“ (beliebteste Sendung);

   Preis der Schweizerischen Schillerstiftung für „Johannistag“ 2001

   Tele-Preis 2002

   „Best Foreign Novel“ für „Melnitz“, Foreign Literature Learned Society, Peking 2008

   „Prix du meilleur livre étranger“ für „Melnitz“, Paris 2008;

 

   „Prix Lipp“ für „Melnitz“, Genf 2009

 

Mario Schlembach las u. a. aus seinem neuen Buch "Nebel" das im Otto-Müller Verlag erschienen ist.

Schlembach vermittelte Einblick in sein Schreiben, seine literarische Arbeit, die sich u. a. mit dem Tod, das Beerdigen und seine Auseinandersetzung mit Formen des Dialogs und Monologs. Der Roman "Nebel" ist im Buchhandel erhältlich.

 

 

Lesung mit Mario Schlembach

am Mittwoch 17. Januar 2018 um 18:30 Uhr Türöffnung um 19:30 Uhr die Lesung

Moderation : Elisabeth Boner

 

Mario Schlembach, geboren 1985, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Philosophie und Vergleichende Literatur- wissenschaft an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte bilden die Theorien der Autorschaft sowie Thomas Bernhard. Mario Schlembach arbeitete unter anderem als Bestattungshelfer, Buchhalter, Lokalreporter, Postler, Texter, Totengräber. Seit 2012 lebt er als frei- schaffender Künstler in Wien.

 

„Typisch Österreich, Hubert! Nichts da, und selbst was da ist, wird verschandelt.“ Mit diesem Paukenschlag beginnt das Lesevergnügen, beginntdasLamentovon Hedwig,dievielesist,abernochweitmehr hätte werden können, wenn ihr Mann jener Dichter geworden wäre, zu dem sie ihn machen wollte. Doch Hubert schreibt sein „Opus Magnum“ nicht, verweigert sich.

Der erste Roman von Mario Schlembach ist nicht nur eine sprachge- waltige Satire mit viel Wortwitz, die keine Angst vor Klischees hat, sondern auch ein originelles Vademecum für all jene, die Österreich bereits kennen oder erst kennen lernen wollen.

 

„Hubert, du wärst ohne mich nichts gewesen. Erst ich habe dei- nem Hass, deiner Rohheit eine Bühne, ein Ventil gegeben. Ich habe dein Talent erkannt und probiert, dich in die Höhe zu treiben, dich anzustacheln, mit allem, was ich war und hatte. Ich versuchte dich zu reizen, bis du künstlerisch einfach explodieren musstest. Brachte Prozesse der Unterdrückung in Gang, um etwas Grossartiges aus dir herauszubekommen. Der glückliche Künstler schafft nichts. Leiden, Hubert, nur Leiden schafft etwas. Leid und Unterdrückung sind seit jeher der Nährboden der Literatur gewesen. Hubert, ich habe mit aller Entschlossenheit versucht, Hebamme deines Werkes zu sein. Ich habe dich gereizt, dich mit Fragen bombardiert und dich zu Antworten gezwungen.

(...)

Bis heute hatte ich die Hoffnung, dass dich eine Idee trifft, Hubert, und jetzt hat dich der Schlag getroffen. Das wollte ich wirklich nicht.“ 

 

 

Bücher

Dichtersgattin – Otto Müller Verlag, Salzburg 2017

(Video zur Textgenese: https://www.youtube.com/watch?v=pUznnKLa7O4)

Nebel – Otto Müller Verlag, Salzburg März 2018

 

Textinszenierungen

Der Totengräber des STALAG XVII A (2012, multimediales Theaterstück) Into the landscape / Poetry (2013, Ausstellungskatalog / Performance) Nekrolog eines Wahrspielers (2013, Doku-Fiction)

Stiche eines Totengräbers (2014, Performance)

 

Auszeichnungen (Auswahl)

Einladung zu den Werkstatttagen des Burgtheaters (2012)

Dramatik-Stipendium des BMKK (2013)

Paliano-Stipendium des Landes Niederösterreich (2015)

Reisestipendium des Bundeskanzleramts (2016)

Hans-Weigel-Literaturstipendium 2018 (2018) 

Lesung mit Pietro de Marchi (in italienischer Sprache)

am Mittwoch 13. Dezember 2017

Moderation : Barbara Wangler

 

Pietro De Marchi wurde 1958 geboren und ist in Milano aufgewachsen. Seit 1984 lebt er in  Zürich. Er unterrichtet italienische Literatur an den Universitäten Zürich, Neuchâtel und Bern.

Pietro De Marchi schreibt Gedichte und Kurzprosa. Für seinen Gedichtband „Replica“ erhielt er 2007 den Schillerpreis. Für seinen letzten Gedichband „La carta delle arance“ wurde ihm 2016 der Gottfried Keller Preis verliehen.  

 

È uno dei libri più importanti della stagione poetica. Sì, poesie. Che nella voce di Pietro De Marchi, lombardo con docenza universitaria in Svizzera, trovano un registro straordinario di quotidianità.

Carlo Martinelli, Repubblica

 

 

Gedichte sind Ferngläser und Mikroskope in einem. Sie nehmen das Kleinste in den Blick und lehren uns das präzise Sehen. Und sie holen das Entfernte heran vor unser Auge, damit wir im Fremden und Entlegenen einen Teil von uns selbst wiederentdecken. Darin besteht Pietro De Marchis poetische Kunst: Er schaut genau hin, er scheut sich nicht, das Einfache einfach zu benennen und im Kleinen das grosse Ganze sichtbar zu machen.

Roman Bucheli, NZZ

 

Iosif Brodskij diceva che la poesia venuta prima di noi è il nostro patrimonio genetico. Non credo si riferisse ai soli letterati, però nel caso di Pietro De Marchi ciò risulta con particolare evidenza. È cresciuto in una casa piena di libri. Suo padre insegnava lettere classiche in un liceo ed era un lettore vorace e curioso anche dei contemporanei. Ed è proprio la figura del padre, tra l’altro, che nella Carta delle arance spinge l’autore a un ulteriore confronto con i limiti della vita, della memoria e della letteratura stessa. 

Matteo Terzaghi, Literarischer Monat

 

Die Werke von Pietro De Marchi finden Sie hier per Mausklick...

Lesung mit Kathy Zarnegin am Mittwoch, 6. September 2017 um 19:30 Uhr

Moderation: Josef Estermann

 

Teheran, 70er Jahre: Ein junges Mädchen beschließt, Schriftstellerin zu werden, und träumt von Europa. Kaum ist sie aus dem turbulenten Iran im Herzen Europas angekommen, verwandelt sich das neugierige Kind im Schnelldurchlauf in eine Frau, die plötzlich „vor dem Leben“ steht: Wie rasch lerne ich die neue Sprache, wie komme ich an Geld, was mache ich mit meinen Träumen, wo finde ich den, mit dem es sich lieben lässt?

Chaya ist ein Paradiesvogel. Unangepasst, freiheitshungrig, eine Frau, die sich von nichts und niemandem schrecken lässt, ein Großstadtwesen und manchmal sogar ein quittengelber Kanarienvogel. Wie damals „Zazie in der Metro“ streift Chaya abenteuerlustig durch eine Welt, die sich vor ihr in eine wundersame bunte Kugel verwandelt.

Kathy Zarnegin wurde in Teheran geboren und kam mit 15 Jahren in die Schweiz. Sie ist Lyrikerin, Essayistin, Übersetzerin aus dem Persischen, Philosophin und promovierte Literaturwissenschaftlerin. Sie ist Mitbegründerin des Lacan Seminar Zürich und Mitorganisatorin des Internationalen Lyrikfestivals Basel. Chaya ist ihr erster Roman.

 

»Chaya? Ich möchte diesen großartigen Roman nicht verlassen – und ertappe mich dabei, wie ich ihn gleich wieder zu lesen beginne…« Martin Zingg

 

»Chaya: Eine junge Frau erobert die Welt. Und findet sich – und ihre Sprache.« Robert Schindel

 

»Ihr Buch nimmt sehr schnell gefangen. Das liegt natürlich an der fein beobachteten oder präzise erdachten Geschichte dieser jungen Frau. Aber vor allem auch an der sprachlichen Meisterschaft von Kathy Zarnegin. Ihre Sätze und die Sprachbilder scheinen immer haargenau zu passen, verbinden sich zu einer Romanmelodie, die beim Lesenden ein wohliges Gefühl evoziert. Die Dichterin hat ein sehr zartes Gespür für Worte und Sätze.« Heidi Ossenberg, Badische Zeitung

 

»Chayas Gedanken sind präzise, an den pointierten Dialogen nimmt man Teil durch ihre Perspektive, die von einer reizvoll ironischen Distanz geprägt ist.« Iris Meier, Basellandschaftliche Zeitung

 

»Kathy Zarnegin hat einen eindrücklichen, ironisch funkelnden Roman über die Selbstbehauptung einer rebellischen jungen Frau geschrieben, die mit Witz, Charme und Respektlosigkeit unsere Denkgewohnheiten bezüglich des Themas Orient und Okzident aushebelt.« Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung

 

»Das ist ein Roman, welchen man einfach in Händen halten und ihn streicheln will, welch eine Erzählerin!« Manuela Hofstätter, lesefieber.ch

 

 

Elisabeth Wandeler-Deck

Burkhard Jahn

 

Gedichte lesen und hören, miteinander

Sprechen und diskutieren

 

Moderation: Marise Lendorff-El Rafil

Mittwoch, 17. Mai 2017 um 19:30 Uhr

 

 

 

falz
falz um falz.
und. jetzt? naja. jetzt. jetzt im.
fall. im fall, jetzt, das rauschen des.
ich bist bin bin. im istfall. bin ja längst alt. ab da das frohe multi. ist bin. na ja knapp. knapp kirschen, beeren, käfer, etc. drum. um drum.

Elisabeth Wandeler Deck

 

Zum Lachen sind die Stunden, die einmal vor Hoffnung lachten,
ach, aller Stunden Ziel ist nur: uns nach dem Leben trachten.

O Zeit, o Lied vom Lebensglück, vom unfassbaren Stöhnen,
O Zeit, des Teufels Meisterstück, uns alle zu verhöhnen.

O Zeit, der Kosmos widerhallt
von Deinem ew’gen Dröhnen. Gleichwohl: o Tod, komm nicht so bald! Ich will doch hier auf Erden,
ich will doch tausend Jahre alt,
will tausend Jahr alt werden!

Burkhard Jahn 

 

 

ELISABETH W ANDELER-DECK (*1939) studierte zunächst an der ETH Zürich Architektur und einige Jahre später an der Universität Soziologie und Klinische Psychologie. Seit 1975/76 widmet sie sich vermehrt ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Mit ihrem anarchischen Schreibansatz öffnet sie sich immer wieder ganz unterschiedliche the- matische Felder. Gekonnt gelingt ihr eine einzigartige Verknüpfung von Text um Musik - im Rhythmus der eigenen Texte ebenso wie bei Lesungen, wenn beispielweise V orleserstimme und Musikinstrumente eine untrennbare Symbiose eingehen.

Neueste Veröffentlichungen:

„Da liegt noch ihr Schal„ (Prosa 2009); „ANFÄNGE ANFANGEN gefolgt von UND“ (Lyrik 2012); „Beharrlicher Anfang – doch doch sie singt“ (Hörstück 2012); „Ein Fonduekoch geworden sein“ (Prosa 2013); „Das Heimweh der Meeresschildkröten – Heterotopien der Nacht“ (Prosa 2015); „arioso – archive des zukommens“ (Lyrik 2016)

Auszeichnungen:

Anerkennungspreis der Stadt Zürich 2012, Basler Lyrikpreis 2013

 

BURKHARD JAHN (*1948) studierte Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte. Nach dem Besuch der Schauspielschule in Hamburg widmete er sich ganz dem Theater. Burckhard Jahn stand unter ande- rem als Hamlet, Oedipus und Mechael Kohlhaas auf den grossen Bühnen Deutschlands (Staatstheater Saarbrücken, Theater der Stadt Bonn, Schaupielhaus Bochum, Hamburger Kammerspiele und viele mehr). Zudem schrieb er Libretti für Musikwerke und veröffentlichte Lyrik, Prosa Feuilleton-Beiträge.

Auswahl Publikationen:

„Himmelblauer November“ (Gedichte 2016)
Im Frühjahr 2017 erscheint der Roman „Der Weg an der Sarca“ im Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra und Wien

Auszeichnungen:

Fachingen Kulturpreis 1987

2. Preis im Ersten Berner Lyrik-Wettbewerb 1997 

Une soirée franco-allemande                                                 Ein deutsch-französischer Abend

 

Lionel Felchlin                                                                                    Gertrud Leutenegger

 

Traducteur rencontre / trifft  Autorin

 

In französischer und deutscher Sprache                 

Moderation: Martine Grosjean

 

Mittwoch, 12. April 2017 um 19:30 Uhr (Türöffnung um 19:00 Uhr)

 

Lionel Felchlin, né à Berne en 1980, concilie traduction et vie d’orchestre après des études de lettres, de traduction littéraire et de musique en Suisse romande. Il a participé au programme franco-allemand Georges-Arthur Goldschmidt pour jeunes traducteurs littéraires en 2013 et à la promotion 2015-2016 de l’École de traduction littéraire du CNL à Paris. 

 

Dernières traductions :

Peter von Matt

La Poste du Gothard ou les états d’âme d’une nation (2015)

Don Quichotte chevauche par-delà les frontières. L’Europe comme espace d’inspiration (2017) 

 

Lukas Bärfuss

Koala (2017)

 

En préparation :

Gertrud Leutenegger

 

Panischer Frühling (à paraître en août)

 

Gertrud Leutenegger

 

Panischer Frühling (à paraître en août)

 

Gertrud Leutenegger, geboren 1948 in Schwyz, veröffentlicht seit 1975 zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke; ein Werk, für das sie vielfach ausgezeichnet wurde.

Sie lebte viele Jahre in der italienischen Schweiz, heute wohnt sie in Zürich.

 

Zuletzt erschienen:

Pomona (2004)

Matutin (2008)

Panischer Frühling (2014)

 

Cette rencontre permettra aux lecteurs francophones et germanophones de prendre conscience des difficultés et des enjeux du processus de la traduction, d’en comprendre les subtilités, de s’immerger dans le monde du traducteur et de partager sa complicité avec l’écrivaine, qui de son côté participe à la transposition de son propre texte dans une autre langue.

 

 

Les lectures d’extraits de son œuvre par Gertrud Leutenegger en allemand suivies de leur traduction par Lionel Felchlin, illustreront le propos en dévoilant la complexité et la beauté du travail sur les langues, ainsi que celles de la littérature.

Mittwoch, 15. März 2017 um 19:30 Uhr 

Andreas Neeser

Modration Ralph Müller

 

Wieder bespricht mich die Kindheit / Im Halbschlaf,

Tagtraum / Vokabeln mit Noten von Gurken und

Lauch, ein paar Krautstiele wachsen mir mundartlich

urlaut / im Gaumen / behauptet die Sprache die Herkunft,

Geruch und Geschmack

 

Aus: Wie halten die Fische die Luft an, Gedichte, 2015

 

Es ist meine verdammte Schuldigkeit, den Weg zurück zu finden in diesen Zustand, den Weg zurück auf die Felsen bei Penn ar Sont, wo Véro im offenen Meer trieb, halb noch an der Oberfläche, halb schon in einer vorläufigen Tiefe. Sie bewegte sich nicht anders als die weichen Wellen, die sie immer weiter mit sich hinausnahmen in die Strömung. Wie selbstverständlich, fast schon Teil einer anderen Natur, trieb sie von mir weg. Zwischen zwei Wassern schwamm mir Véro davon.

 Aus: Zwischen zwei Wassern, Roman, 2014

 

In diesem Roman kehrt der Ich-Erzähler in die Bretagne zurück, zum Felsen, von dem ihm ein Jahr zuvor eine enorme Flutwelle die Geliebte in den Tod gerissen hat. Er selber hat die Attacke des Meers überlebt, die äusseren Wunden sind verheilt, die inneren, offen gehalten durch Schuldgefühle, keineswegs.

 

Ob Andreas Neeser Hochsprache oder Mundart verwendet, Prosa oder Lyrik schreibt: Das Einzige, was helfen kann, Leben gegen den Zugriff der unerbittlich verfliessenden Zeit zu verteidigen, festzuhalten, ist die Sprache in jeder Form und eigenen Ausprägung. Das wird in allen Texten von Andreas Neeser spürbar, besonders eindrücklich in den Gedichten und in diesem Roman.

 

Andreas Neeser, geboren 1964 in Schlossrued, lebt in Suhr bei Aarau. Studium der Germanistik, Anglistik und Literaturkritik an der Universität Zürich. Während 13 Jahren unterrichtete er an der Alten Kantonsschule in Aarau.

Von 2003 bis 2011 Aufbau und Leitung des Aargauer Literaturhauses in Lenzburg. Seit 2012 freier Schriftsteller. Zahlreiche Buchveröffentlichungen in den Bereichen Lyrik und Prosa. Für seine vielfältigen literarischen Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Prädikat „Lyrik-empfehlung 2016“.

www.andreasneeser.ch

 

 

Veröffentlichungen (Auswahl)

 

Wie halten Fische die Luft an

Gedichte, Haymon, 2015

 

Zwischen zwei Wassern

Roman, Haymon, 2014

 

S wird nümme wies nie gsi isch

Mundartprosa, Zytglogge, 2014

 

Fliegen, bis es schneit

Roman, Haymon 2012

 

Unsicherer Grund

Erzählungen, Haymon 2010

 

Quando la cronaca si fa poesia

Ein Gespräch mit dem Autor Fabiano Alborghetti

 

Mittwoch, 1. Februar 2017 um 19:30 Uhr

 Moderation : Jacqueline Aerne

 

«L'uomo e la sua società stanno morendo per eccesso di realtà; ma d'una realtà privata del suo senso e del suo nome».

Giovanni Testori

20 marzo 1978, sul Corriere della Sera

 

Dire cronaca significa spesso convocare la tragedia, l’orrore, il vuoto. Questi termini, nell’imperfezione che racchiudono, sembrano quasi perfetti: hanno parole, attenzione, sfumature e metafore. Sono impronte di una frattura profonda e per questo apparentemente visibili ma per paradosso, sono l’emblema dell’invisibilità, dell’antipoetico per eccellenza. E come può la poesia occuparsi di cose abbiette?  

Il linguaggio diverso, il linguaggio della poesia, è una minaccia: interroga, confonde il senso d’identità, genera un trauma nella percezione del sé e degli eventi. La poesia a questo occorre: a combattere l’imminenza dell’addio (dal presente e dalle memorie); combatte l’essere raggelati e aiuta a ritrovare la chimica se non della quotidianità perlomeno della complicità con la vita che prosegue nonostante l’attrito.

È quel linguaggio che permette la distanza come la vicinanza: quando scrivo sono per me sullo stesso piano. Entrambe creano e diventano il palcoscenico alla normalità avendo a paragone l’opposto; rendono vivibile e guardabile ciò che è inaccettabile. La poesia è il dettaglio che stabilisce una relazione intima. La poesia, incarnando l’orrore, è l’esorcismo della paura. Io scrivo di chi ha paura, di chi cerca un’identità, di memorie combattenti e dell’oblio; io cerco con le parole il chiaroscuro oppure una carezza affettuosa nelle tonalità di grigio che tutto avvolge; inseguo i corpuscoli come fossero presenze in controluce, filigrane, dispersioni documentali per le quali tento una forma, forse un perimetro, declinazioni per gradienti e scale. Per farlo mi immergo e vivo di persona ciò di cui scriverò. Io cerco il silenzio capace di urlare per dire di chi voce non ha più.

 

 

Fabiano Alborghetti (1970). Ha pubblicato svariate edizioni d’arte, plaquette e le raccolte Verso Buda (2004), L’opposta riva (2006), Registro dei fragili, 43 Canti (2009), L’opposta riva, dieci anni dopo (2013) ed in traduzione integrale Registre des faibles, (tradotto da Thierry Gillyboeuf; Editions d’en bas, Lausanne, 2012) e Directory of the Vulnerable (tradotto da Marco Sonzogni; Guernica Editions, Toronto, 2014). In uscita nel 2017 saranno – per gli stessi editori L’autre rive  e Portraits of Absence. Estratti di sue poesie sono stati tradotti, per riviste ed antologie, in più di dieci lingue. Ha scritto di critica letteraria per riviste e sul web, ha fondato riviste letterarie, creato rubriche dedicate, programmi radio, progetti in carceri, scuole e ospedali. Grazie alla Fondazione Svizzera per le Arti Pro Helvetia e al Dipartimento federale degli affari esteri ha rappresentato la Svizzera e la lingua italiana in numerosi festival nel mondo. L’ultima raccolta si intitola Maiser ed è pubblicata da Marcos y Marcos.

www.fabianoalborghetti.ch

Catalin Dorian Florescu

las aus 

Zaira und Der Mann, der das Glück bringt

 

Mittwoch, 7. Dezember 2016 um 19:30 Uhr

 

Geboren am 27.8.1967 in Timisoara, Rumänien. 1976 erste Ausreise mit dem 

Vater nach Italien und Amerika, aber Rückkehr nach Rumänien. Im Sommer

1982 Flucht mit den Eltern in den Westen. Seitdem wohnhaft in Zürich. Hoch-

schulstudium der Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich.

Weiterbildung in Gestalttherapie. Seit Dezember 2001 freier, deutschsprachiger Schriftsteller. 

Wichtigste Preise:

Schweizer Buchpreis 2011

Josef von Eichendorf-Literaturpreis 2012 für das Gesamtwerk

Anna Seghers-Preis 2003

Buch des Jahres der Schweizerischen Schiller Stiftung

Viele Auszeichnungen 

Werkjahr der Stadt Zürich 2016

 

Werke: Erzählungen, Kolumnen und Essay 

 Diverse Übersetzungen

Seine Romane :

„Wunderzeit“ 2001

„Der kurze Weg nach Hause“ 2002

„Der blinde Masseur“ 20006

„Zaira“ 2008

„Jakob beschliesst zu lieben“ 2011

„Der Mann, der das Glück bringt“ 2016

„Kaum einer erzählt mit so viel Kraft, Sinnlichkeit, Wärme, mit einem so grossen

Jahrhunderte umfassenden Atem… Was für ein Erzähler! “ Elke Heidenreich

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Catalin Dorian Florescu liest aus dem Roman

„Zaira“

      Die erste schwindelerregende Reise meines Lebens war jene durch meine Mutter. Als sie mich 

      schleimig und mit  spitzem Kopf in den Armen der Tante sah, rief sie aus:“ Aber das Mädchen ist 

      potthässlich!“ Die Tante beschwichtigte sie, legte die Hände auf meinen Schädel und modellierte 

      ihn vorsichtig. Sie traf es gut. Ich verdanke es ihr, dass mich später alle Männer die ich kennen-

      lernte, bald heiraten wollten. 

„Der Mann, der das Glück bringt“

       An den Ufern Manhattans stand immer irgendwer bereit, der sich ihm anvertrauen wollte: Verzweifelte,

       Müde,Verrückte. Oder jemand, der ihm andere anvertraute, die Opfer eines Überfalls oder einer 

      Kontenregelung. Der Fluss war nicht wählerisch.

       Die Frauen trugen Kleider aus Seide, Samt und Brokat, duftige Stoffe mit Spitzen bedeckt, schwarze 

      Atlasgürtel, Schärpen aus Seidegaze.

 

      Wenn du dort Stiefel putzen oder Zeitungen verkaufen willst, dann spucke keinen Tabak auf die Straße.

 

Die vergangenen Veranstaltungen

BaldWiena FolksWaisen ist ein literarisch–musikalisches Projekt, gegründet in Wien in der Fuhrmannsgasse (8. Bezirk). In und mit dem vom Schriftsteller Heinz D. Heisl gegründeten Projekt arbeiten professionelle Musiker aus verschiedenen Genres – sowohl in der Studioarbeit als auch auf der Bühne – zusammen. Merkmale des Wiener–Liedes vermischen sich mit Elementen des Blues oder des Reggaes (daraus entwickelte sich der Blue-Danubian-Reggae). Das traditionell Bissige und das unvermeidlich Schwarze im Wiener Humor liegt in den Liedern und zugleich aber auch eine Wehmut. Weltferne Volksnähe. Nicht wenige der Lieder verleiten zum Mitsingen und verbieten sich solches aber auch zugleich; weil das Lachen einem urplötzlich im Halse stecken bleibt: beim Kutten-Walter #1 und #2 fällt der Zuhörer, die Zuhörerin unweigerlich von der Katholiken-Schaukel und auch Josef Fritzl und Konsorten schauen durch die Kellerfenster herein.

 

Auf DECCEL Records sind bislang drei CDs erschienen:

2014 WienerLieder für NichtWiener (Restexemplare nur bei der Konzerten erhältlich)

2015 Aus der Wiener Provinz (bereits vergriffen)

2016 (soeben erschienen) Ogfoan; jetzt oder nie (eine 24bit Japan-Pressung / SHM super high material).

Die Musiker: Wie oben erwähnt wechselt die Besetzung bei den Konzerten. Dieser Umstand birgt aber auch eine spannenden Komponente: bei den Konzerte klingen die Lieder immer wieder anders; jede Zusammensetzung entwickelt ihre besonderen klanglichen Reize.

 

Heinz Tobler (Gitarre), Banjo, Mandoline ist unter anderem Gitarrist der Rockabilly-Formation The Stompers, mit denen er auch in Las Vegas auf der Bühne steht oder The New Men zudem spielt er in der Band der chinesischen Sängerin Meng Tian.

Phillipp Moll (Kontrabass), studierte im Liverpool Institut for Performing Arts (Paul McCartney) und ist Mitglied der Gruppe AJ UNITY oder Jütz sowie Martin Dahanukar New Quartet; Veröffentlich seines Solo-Projektes Killerfernandez .

Phillip Ackermann (Kontrabass), spielt u.a. im Jazz-Ensemble des Film-Regisseurs und Schlagzeugers Rolf Lyssy (in der Bar des Hotel Eden au Lac in Zürich). Spielt auch bei Booker B. & The SoulMonks und Rebecca & The Sophisticats; sowie The Bouncing Bits Jazz Band

Hannes Sprenger (Sopran Saxofon) war die eine Hälfte des Duos AkkoSax. Spielt mit dem Tiroler Kammerorchester, ist Mitglied von Ton Art Tirol; ist tätig in der Formation JamScapes sowie dem Blues & Rockprojekt Cry Agent.

Drei Verlage – eine Verlegerin  
Seit 16 Jahren erscheinen im Zürcher Verlag rüffer & rub „Sachbücher zu Fragen, die Antworten verdienen“. Im Zentrum stehen Zeitfragen, Kunst, Kultur und Musik sowie Medizin und Psychiatrie. Der Römerhof-Verlag widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 2009 den Biographien aussergewöhnlicher Menschen, die das kulturelle, politische und gesellschaftliche Denken nachhaltig beeinflusst haben. Die Edition 381 bietet noch unbekannten Autoren die Möglichkeit, ihre Werke zu veröffentlichen.

So unterschiedlich die drei Verlage auf den ersten Blick auch scheinen mögen, es verbindet sie die Liebe zum gestalterischen Detail und zur Sprache. Die Handschrift der Verlegerin Anne Rüffer ist unverkennbar. Gemeinsam mit ihrem Team produziert sie Bücher, die zu guten Freunden werden, weil man mit und an ihnen wachsen kann. Sie bereiten Freude, haben Charakter; kurz sie sind echt und ehrlich.

Anne Rüffer ist jedoch nicht nur Verlegerin, sondern auch Autorin. 2014 erschien im Verlag LangenMüller ihr erster Roman „Fräulein Franzen besucht das Glück“. Zudem hat sie zahlreiche journalistische Arbeiten publiziert und Dokumentarfilme realisiert.

Max Lobe

Né à Douala en 1986, Max Lobe grandit dans une famille de 7 enfants. Il arrive en Suisse à l'âge de 18 ans, deux ans après l'obtention de son Bac. À Lugano, il suit des études de Communication et journalisme. Passionné d'histoire et de politique, il suit un Master en Politique et Administration publique à l'Institut des Hautes Etudes en Administration Publique de Lausanne. Il est établi aujourd'hui à Genève.

En 2009 le Prix de la Sorge (prix littéraire de l'Université de Lauranne) lui est remis pour sa nouvelle Le Baccalauréat. En 2011, il publie un récit, L'enfant du Miracle aux éditions des Sauvages. En janvier 2013, 39 Rue de Berne est publié aux éditions Zoé. Un roman où il dépeint avec dextérité la vie des immigrés clandestins dans la fameuse rue de Berne de Genève. Malgré la délicatesse des thèmes abordés : traite des femmes, prostitution, deal de drogues, homosexualité noire, son écriture est empreinte de beaucoup d'humour et d'empathie. En 2014, 39 rue de Berne reçoit le Prix du Roman des Romands (le correspondant suisse du Goncourt des lycéens).

Max Lobe est également l'auteur des romans La Trinité bantoue (2014) et Confidences (2016), tous salués par la critique aussi bien en Suisse que dans toute la francophonie. 

Extrait de « La Trinité bantoue », éd. Zoé 2014, p. 135-6

- Pourquoi tu ne leur dis pas la vérité ? je lui ai demandé ce matin alors que nous étions à la cantine de la clinique San Salvatore.

Elle est restée calme. Sans me prêter aucune apparente attention, elle a continué de manger sa tarte aux pommes. Elle a laissé suspendue ma question dans l'air. Puis elle m'a répondu sur un ton serein.

- Fratellino, ne te laisse pas lécher par qui peut t'avaler.

- Ah, voilà ! J'en étais sûr ! Tu vois le mal partout. Partout !

- Vraiment, je ne peux que te conseiller de prier.

- Prie pour toi-même. La peur n'est pas de Nzambé.

- Que Dieu te donne la sagesse, fratellino.

- Aussi haut que parvienne une chose lancée, c'est toujours ici là par terre qu'elle va finir par tomber.

- Ça c'est quand on a fait l'école du Blanc. Chez nous les Bantous, ça peut caler en l'air.

C'est le dernier argument de taille de Kosambela qui ne voit le monde qu'en noir et blanc. Pour elle, je ne suis plus un pur bantou de souche. Elle dit que je suis trop dilué. Que je suis un Blanc à la peau noire. Elle dit que je suis une noix de coco, alors que je lui demande seulement de dire la vérité aux oncles et aux tantes du Bantouland. Kosambela maintient ses positions. Elle est comme ça ; il est très difficile de la faire changer d'avis. Du coup, avec ceux qui sont restés au Bantouland, on se limitera à dire que tout va bien. Tout ira encore mieux par la grâce de Nzambé. Point barre.

Au Bantouland on dit : il n'y a pas malheur sans bonheur. La maladie de Monga Míngá n'est pas seulement une mauvaise chose pour toute la famille et pour elle-même. Cette situation, aussi triste qu'elle puisse être, apporte quand même un peu de bien dans les rangs.

Leta Semadeni, geboren 1944 in Scuol, Engadin, studierte Sprachen an der Universität Zürich. Lehrtätigkeit an verschiedenen Schulen in Zürich und im Engadin. Arbeitsaufenthalte in Lateinamerika, in Paris, Zug, Berlin und auf Elba. Seit 2005 lebt und arbeitet sie freischaffend in Lavin. Leta Semadeni schreibt vorwiegend Lyrik, romanisch oder deutsch, die sie selbst in die jeweils andere Sprache überträgt, zuletzt In meinem Leben als Fuchs (2010). Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, 2011 mit dem Literaturpreis des Kantons Graubünden und mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung. Für Tamangur, ihren ersten Roman, erhält sie im Jahr 2016 einen der Schweizer Literaturpreise. 

Christian Haller wurde 1943 in Brugg, Schweiz geboren, studierte Biologie und gehörte der Leitung des Gottlieb Duttweiler-Instituts bei Zürich an. Er wurde u. a. mit dem Aargauer Literaturpreis (2006), dem Schillerpreis (2007) und dem Kunstpreis des Kantons Aargau (2015) ausgezeichnet. Zuletzt sind von ihm die „Trilogie des Erinnerns“ und die Romane „Im Park“(2008) und „Der seltsame Fremde“(2013) erschienen. Er lebt als Schriftsteller in Laufenburg.

Der Künstler als junger Mann – der neue autobiographische Roman des preisgekrönten Autors

Christian Haller erzählt in diesem autobiographischen Roman die Geschichte eines jungen Mannes, der es sich schon seit Kindertagen angewöhnt hatte, den Anforderungen, mit denen er konfrontiert wurde, auszuweichen. Dieses Verhaltensmuster behält er auch in Freundschaften und bei seiner ersten Liebe bei. Er duckt sich lieber unter den Erwartungen weg, als dass er sich ihnen stellt. Im Vermeiden und Ausweichen entdeckt er aber eine Kraft, die ihn weiter tragen wird, als es selbst die ihm nahestehendsten Menschen für möglich gehalten hätten.

Am 19. Juni um vier Uhr nachts wird Christian Haller von einem dumpfen Schlag geweckt. Es dauert einige Zeit, bis er begreift, was dieser dumpfe Schlag bedeutet: Die Terrasse seines Hauses wurde vom Hochwasser des vorbeifließenden Flusses in die Tiefe gerissen. Aber nicht nur sein Haus ist bis in die Grundfesten erschüttert, auch sein Lebensfundament ist mit einem Mal untergraben und zeigt bedenkliche Risse. Diese Einsicht erschreckt den gerade siebzig Jahre alt gewordenen Autor, sie lähmt ihn aber nicht. Er weiß, wie er dem Schrecken begegnen kann – mit Erzählen. Und dieses Erzählen führt in die Tiefen seiner Erinnerung. Im Ton eines großen autobiographischen Romans blickt er zurück auf die Anfänge seines Lebens. Geduldig und mit einem nicht zu überbietenden Gespür für Stimmungen und untergründig sich regende Gefühle erzählt er von sich als Kind, als Schüler und später als Gymnasiast. Von seiner Leidenschaft für das Theater erzählt er, von der ersten Liebe – und von dem unbezwingbaren Hang, den Anforderungen der Wirklichkeiten auszuweichen und sich in Ersatzwelten zu flüchten. Und er erzählt zugleich von der verblüffenden Fähigkeit, sich in diesen Ersatzwelten mit einer Macht einzurichten, dass er in der Realität doch bestehen kann.

Zürich, 08.04.2015 / 19:30 Uhr

Elias Schneitter: Literarischer Club Zürich

 

Elias Schneitter

geboren und aufgewachsen in Zirl/Tirol.

Realgymnasium in Stams.

Anschließend verschiedenste berufliche Tätigkeiten: Büroschreibkraft, Souvenirhandel, Canooing-teacher in Sturgeon Lake - Minnesota, Aufsichtsperson  im Olympiamuseum Innsbruck, Projektleiter im Ho-Ruck, damals ein Sozialhilfsprogramm für Haftentlassene, lange Jahre Mitarbeiter in der staatlichen Sozialversicherung, jetzt frei schaffend.

Mitbegründer und Kurator des internationalen Literaturfestivals "sprachsalz" (www.sprachsalz.com) in Hall Tirol.

Leitung des Kleinverlages "edition-baes" - www.edition-baes.com

 

Erste Publikationen ab 1974, vorwiegend in Literaturzeitschriften  (Fenster, Rampe, wespennest, protokolle, projektil, etc...) und Hörpspiele im Rundfunk. Erste Buchpublikation 1979 (geflügelte worte).

https://www.eliasschneitter.com

Zürich, 22.01.2014 / 19:30 Uhr

Roman Graf: Literarischer Club Zürich

Das glänzend erzählte Psychogramm einer Beziehung

Ein junges Paar bricht zu einer Tour in die Schweizer Berge auf. André und Louise wollen hoch hinauf und scheinen für ihr Abenteuer gut gerüstet. Doch je näher sie dem Gipfel kommen, desto mehr entfernen sie sich voneinander. In seinem neuen Roman spielt Roman Graf mit dem archaischen Motiv der existentiellen Begegnung am Berg. Energie und Willensstärke, aber auch die innere Zerrissenheit des Helden spiegeln sich in einer kraftvollen, gleichwohl poetischen Sprache. 

Moderation: Ralph Müller

Roman Graf, geboren 1978 in Winterthur, arbeitete nach seiner Ausbildung zum Forstwart in verschiedenen Berufen und studierte am Leipziger Literaturinstitut. Für seinen ersten Roman "Herr Blanc" und einen Gedichtband erhielt er zahlreise Preise, unter anderem den Mara-Cassens-Preis 2009 und den Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2010. Roman Graf lebt in Berlin.

Amina Abdulkadir und  Edmauro de Oliveira im Literarischen Club Zürich 2015.

http://www.abdulkadir.ch

 

Edmauro de Oliveira

Gitarre

Bachelor in Musik (Hauptfach Gitarre) an der Universität Sao Paulo und Konzertreifediplom an der Hochschule für Musik Winterthur und Zürich. Gewinner verschiedener Preise. Eigene CD und Mitwirkung an Musik- und Filmproduktionen. Konzerte als Solist, Kammermusiker, Lesungen und Ensembles. www.edmauro.com

Gäste waren auch:

Silvia Blatter

Erika Burkart

Magdalena Vogel

Manfred Züfle

Franz Hohler

Hanna Johansen

Hugo Loetscher

Otto F. Walter

Heinz D. Heisl

Frederike Krezen

Mitra Devi

Jürgen Kehrer

Elias Schneitter

Hanspeter Müller-Drossaart

Graziella Rossi und Helmut Vogel

Sandra Lüpkes

Irene Prugger

Alex Capus

Daniel de Roulet

Jürg Beeler

Beat Brechbühl

Catalin Dorian Florescu

Urs Mannhart

Der Literarischer Club Zürich ging aus dem legendären Lesezirkel Hottingen hervor.